Verglimmende Lichter von Shikyo (16 Klicks)
Mein jüngster Versuch, Reime auf die Reihe zu kriegen, nachdem ich missratene Gedichte, wenn man sie so nennen kann, aus der Vergangenheit betrachtet habe. Beschrieben werden drei verschiedene Stadien, ausgehend vom Sprichwort: *Aus den Augen, aus dem Sinn.* Oder gar treffender auf französisch: *Loin des yeux, loin du coeur.* - Grob übersetzt: Fern den Augen, fern dem Herzen. Uhm... Ich denke nicht, dass ich in Gedanken bei jemand Bestimmten verweilte, als ich dies niederschrieb.

Ein Meer von weissen Blüten,
getränkt vom Dufte süsser Nostalgie
Ein jeden Tag ich dort verbring
Vergessen, davor soll ich mich hüten
Auf dass du meinen Erinn´rungen weichest nie

Ein Weinglas leuchtend rot,
der Inhalt mich geschickt umgarnt
Verführend, verlockend, gefährlich nah
Ein Blick zu tief hinein in höchster Not
Auf dass ich Kummer ertränk, wenn vorgewarnt

Ein Himmel, gemalt in klarem Blau,
ausgebreitet die Flügel, auf in hohe Lüfte
Von Glück erfüllt, von Leid befreit
Unmöglich schiens, doch schau:
Vergessen sind der Vergangenheit Düfte

Und wenn ich nun zurückwerfe einen Blick auf die Vergangenheit, die wir gemeinsam verbracht, so sehe ich in der Ferne nichts als Lichterketten, ein jedes dieser Lichter strahlender als das andere, aneinandergereiht in Harmonie. Kneife ich die Augen zusammen, so bilde ich mir ein, deine Silhouette hinter einem dieser Lichter ausmachen zu können, wie du gemeinsam, Seite an Seite mit einem Schatten, den ich mein Ich genannt habe, lachst, dich der kleinen Wunder, die diese kleine Welt uns bietet, erfreust. Doch so sehr ich mich auch bemühe - dein Gesicht bleibt mir verborgen, ist verschwommen, genauso wie meine Erinnerung an dich.

Wie viele Tage ist es her, seit ich das letzte Mal deine Stimme vernommen und dein Lachen in meinen Ohren gehabt habe, seit wir das letzte Mal, Hand in Hand, über die Felder gejagt sind, nichts Anderes kennend und liebend als die Welt, die sich vor uns erstreckt?
Dieses Werk wurde am 20.01.2008 14:35 Uhr eingereicht