Mein Freund von Cassidy
Nun, das liebe Poser, ist der allererste Text in meinem Leben. Natürlich habe ich davor Aufsätze usw. geschrieben, aber hier, hier habe ich meine Seele reingesteckt. Ich habe es mit 12 Jahren geschrieben. Jahre später meinem Deutschlehrer zum korrigieren gegeben. Er hat es sich angeschaut und in seiner Kritik stand *Sehr guter Ansatz! Schreibe weiter!*
Motiviert von dieser Aussage fing ich an zu schreiben.
Nun, dieser Text ist wohl etwas naiv geschrieben. ich habe aber kein Wort umgeändert, da ich finde, er sonst wohl seinen Charme verliert. Außerdem ist es mir wichtig, dass mein erster Text original bleibt.
Es geht um einige Gedanken in meinem Kopf. Um meinen Patenonkel, der starb als ich 6 war.
Ich muss zugeben, obwohl der Text wie schon gesagt naiv ist, trifft er noch immer zu. Meine Gedanken, mein Leben, selbst mein Charakter bauen noch immer darauf auf.
Ich möchte zu diesem Text keine Kritik hören. Ich weiß, dass es nicht perfekt ist. Es sind nur Gedanken, ein Teil meiner Seele.
Eure Meinung ist erwünscht, aber nicht in Form von Verbesserungsvorschlägen.
Nun, ich habe genug geschrieben.


Ich kann mich noch genau erinnern, wie schön es war. Es machte dir Spaß mit mir zu spielen. Du lachtest gerne und ich freute mich so. Ich weiß noch genau wie es mit dir war, auch wenn ich noch ziemlich klein war. Du hast mich immer gleich verstanden und nie hast du gesagt, ich sollte mich ändern. Du warst einer der seltenen Menschen, denen ich begegnet bin und die mich so mochten wie ich bin. Das Leben konnte nicht schöner sein. Doch wie es ist im Leben, musste auch das ein Ende haben. Wir haben dich verlassen müssen, weggehen in ein mir noch immer fremdes Land. Du bist alleine da geblieben und ich weiß, du hast die schönen Tage sehr vermisst. Die Tage vergingen und man gewöhnte sich daran. Jedoch blieb eine Leere in dir und mir. Das Leben nahm seinen Lauf. An einem Tag aber kam eine Nachricht... eine Nachricht, die niemand so glauben wollte. Man sagte uns du, wärst tot. Ein merkwürdiges Wort, wenn man bedenkt, das es so viel zu bedeuten hat. Ich verstand eigentlich nichts mehr. Du konntest doch nicht tot sein! Einfach so? Weg? Für immer? Meine Mutter konnte nicht mehr reden, deshalb fragte mein Vater. Wie? Man sagte uns, ermordet.
Runtergeworfen vom 7. Stock! Wie schrecklich, dachte ich. Wer? Mein Vater fragte weiter. Ich hörte nur noch etwas von deinen Freunden, Party, betrunken... Ich ging weg. Das sollte wohl nur einer der üblichen Albträume sein. Doch ich wachte nicht auf. Ich ging ins Bad und schaute mich im Spiegel an. Keine einzige Träne war zu sehen. Meine Mutter weinte so stark- und ich? Keine einzige Träne. Nicht mal eine kleine. Plötzlich wurde mir schlagartig klar, was los ist. Die Realität, die ich wohl auf dem Weg ins Bad verloren hatte, kehrte zurück. Tot! Weg! Für immer! Ausgerechnet er. Er liebte doch das Leben. Er hatte immer gelächelt. Warum also er? Ich wollte irgendwas machen. Schreien, weinen, mir wehtun. Aber ich konnte mich nicht rühren. Mir ging immer das selbe durch den Kopf. Immer wieder diese Fragen. Lauter Fragen und keine Antwort. Am nächsten Tag war ich nicht fröhlich, hatte keinen Hunger und keine Lust raus zu gehen. Natürlich merkten meine Eltern das. Sie fragten, was los sei. Innerlich hätte ich sie für diese Frage erwürgen können, doch ich sagte einfach nichts. Meine Mutter sagte mir, es gäbe keinen grund. Menschen müssen früher oder später sterben. Ich soll wieder lächeln und schön spielen gehen. Ich ging spielen und schaffte es sogar zu lächeln. Ich wollte sie nicht noch trauriger machen. Er war ja schließlich ihr Bruder gewesen. Er war aber auch mein Patenonkel... aber viel wichtiger, er war mein Freund. Ich blieb plötzlich stehen. Wieso rede ich so? Warum war? Er ist es noch immer! Ich schaute den anderen Kindern zu und ging auch spielen.
Es ist schon lange her seit diesem Tag. Und ich? Ja jetzt weine ich, wenn ich an dich denke. Aber ich weine nicht, weil du tot bist. Nein, denn du bist nicht tot. Du lebst in mir. Ich lebe gern für uns beide. Ich lächle oft, genau wie du. Weißt du? Ich werde auch Menschen glücklich machen wie du. Es ist mir jetzt auch egal, was sie sagen. Ich werde so sein, wie du mich mochtest und noch immer magst. So wie ich bin. Du bist sicher stolz auf mich. Das sollst du ja auch sein. Damals an dem Tag, zerbrach in mir etwas, ich dachte das Leben wäre aus. Ich machte das, was die anderen wollten. War immer so, wie sie es wollten. Ich fühlte mich aber so leer. Ich habe viel seitdem nachgedacht und ich habe festgestellt, dass ich so, wie ich bin, glücklicher bin. Ja, mag sein, dass mich nicht jeder so mag. Aber das Wichtigste ist doch, dass du mich magst. Ich bin jetzt erwachsen genug um zu wissen, was es bedeutet, dass du tot bist. Und so habe ich nur eins dir zu sagen, du bleibst für immer mein bester Freund.
Noch was! Ich habe rausgefunden, dass Menschen nie verschwinden. Sie bleiben immer da, nicht? Für immer bei uns.
Dieses Werk wurde am 12.05.2008 14:54 Uhr eingereicht und wurde bereits 0mal bewertet.
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