Kaffee mit Haruka Tenno von Corona
Mamoru beobachtet, wie Bunny sich immer öfter mit Haruka Tenno trifft und mit ihm Kaffee trinkt, obwohl sie doch überhaupt keinen mag...

Als Mamoru seine Freundin das erste Mal zusammen mit Haruka Tenno sah, war er noch nicht beunruhigt. Sie unterhielten sich auf einer Bank, völlig gelassen, und es schien nichts ungewöhnliches vonstatten zu gehen. Mamoru war auf dem Weg zum Unterricht, deswegen hielt er nicht an.

Beim zweiten Mal war es schon anders:

Haruka und Bunny saßen in einem Café und tranken Kaffee. Als Bunny an diesem Abend zu ihm kam, fragte er sie: „Darf ich dir einen Kaffee machen, Bunny?“

Sie sah ihn nur irritiert an. „Mamoru, du weißt doch, dass ich Kaffee hasse.“

Er kommentierte es nicht, kochte ihr nur ihren Lieblingstee und griff dann nach einem weiteren Buch, das ihn auf die Universität vorbereiten sollte. Erst sprang Bunny herum, schnatterte wie immer und legte schließlich ihren Kopf auf seinen Schoß während Mamoru konzentriert las. Sie schlief schnell ein, und erst als er fünf Kapitel auswendig im Kopf rezitieren konnte, hörte er auf.

Mamoru sah seine Freundin an, wie sie dort friedlich schlief. Er seufzte. Bunny war das alles zu langweilig. Es war kein Wunder, er musste ununterbrochen für die Aufnahmeprüfung lernen. Medizin war heißbegehrt und sein Wunsch, aufgenommen zu werden, brannte stark. Aber Bunny... suchte Bunny vielleicht Haruka Tennos Gesellschaft, weil er aufregend war? Sie waren immerhin schon zwei Jahre zusammen, hatten eine gesicherte Zukunft, eine Tochter, und nun war er ständig beschäftigt. Das musste für jedes junge Mädchen zu viel sein: Zu viel Langeweile, zu viel Verantwortung, zu viel Belastung. Ihre Kämpfe als Sailor Moon waren erschöpfend, ihre Aufnahmeprüfung des Gymnasiums rückten näher, und trotzdem schaffte Bunny es, Zeit für ihn aufzubringen. Er konnte das nicht von sich behaupten.
Deswegen sagte Mamoru nichts, als er sie schon wieder mit Haruka Tenno sah. Und auch nicht beim vierten, fünften und sechsten Mal... bis er schließlich aufhörte zu zählen und sich ganz seinem Stoff widmete.


Am Morgen der Prüfung sah er, wie Haruka Tenno seine Bunny küsste.
Mamoru erkannte, dass es kein liebevoller Kuss war. Dass Bunny ihn nicht erwiderte, dass sie überrascht und geschockt war. Er rief ihren Namen und rannte zu der Bank, doch Haruka war schon verschwunden. Er erkannte all das, doch trotzdem kochte sein Herz vor Eifersucht. Vielleicht war das schon mehr als einmal vorgekommen. Vielleicht hatte Haruka Bunny geküsst, und sie hatte ihn erwidert, in der dunklen Ecke eines Cafés oder auf Bunnys eigenem Bett... .

„Mamoru...“, Bunny sprang von der Bank auf und presste ihre Hände an ihre Brust. Ihre Wangen waren rot, ihr Blick gesenkt. „Mamoru, ich... .“

„Hat er dir weh getan?“

„Nein, ich... .“ Sie sah ihn an, unsicher, als bettele sie um Vergebung. Mamoru war dankbar, dass in diesem Moment die Kirchenglocken klangen. „Ich muss los.“ Er musste sich auf die Universität konzentrieren. Er schaffte es auch. Doch zwischendurch, wenn seine Konzentration auch nur für einen Moment nach ließ, dann hämmerte es auf ihn ein, immer wieder sah er, wie Haruka Bunny küsste, sah ihre schuldbewusste Miene, ‚sie hat mich betrogen... .’


Bunny wartete vor seiner Wohnung auf ihn. „Darf ich reinkommen?“

Er öffnete seine Tür. „Natürlich.“ Er kochte ihren Lieblingstee. Mamoru zitterte vor Wut. Er war niemals wütend. Er war die Ruhe selbst, er war Prinz Endymion.

‚Meine Prinzessin...’

Sie umarmte ihn von hinten, küsste seinen Nacken. Seine Serenity, seine Bunny. Mamoru stützte sich an der Kante des Herdes ab und verbrannte sich an dem kochend heißen Tee. Er liebte Bunny so sehr, dass er ihr nicht böse sein konnte. Und wenn Haruka sie dort auf der Bank vor seinen Augen genommen hätte, er könnte sie niemals hassen.

„Mamoru... ich wollte nicht, dass das passiert. Er hat mich einfach geküsst. Ich schwöre dir...“

„Musst du nicht.“

Mamoru konnte sie nicht ansehen, als er weitersprach: „Egal, was du tun würdest, Bunny, ich liebe dich sosehr, dass—“ Er drehte sich um und schloss sie in seine Arme. „Du gehörst mir“, flüsterte er. Nicht besitzergreifend, nicht anmaßend, sondern zweifelnd. Verunsichert. Verloren.

Bunny küsste ihn.
Dieses Werk wurde am 20.10.2008 22:37 Uhr eingereicht und wurde bereits 0mal bewertet.
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