Verschlossene Türen von Cassidy
WB-Text vom 10. TextWB: *Valentinstag*

Das Atmen fiehl ihr schwer. Etwas umklammerte ihre Brust. Erschrocken riss sie die Augen auf... Appolla, runter von mir!, hallte es von den weißen Wänden eines großen runden Raums wider. Ein riesiges Himmelbett befand sich in der Mitte und die Herkunft der Stimme- eine eher zierliche Gestalt- rieb sich dort gerade die Augen. Kannst du mir mal sagen wieso du auf mir rumhüpfst wenn ich schlafe? fauchte Cassidy ihre schwarze Katze an. Du musst doch zur Schule und dein Wecker hat nicht geklingelt, also . Doch weiter kam sie nicht. Cassidy zog blitzschnell die Decke an sich und Appolla purzelte runter vom Bett. Ich gehe heute nicht zur Schule! Es ist Valentinstag und ich hasse diesen Tag! schrie sie und zog sich die Decke über den Kopf. Appolla seufzte und verlies das Zimmer. Vorsichtig lugte Cassidy unter der Decke hervor. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass Appolla das Zimmer verlassen hatte, stieg sie aus dem Bett und ging zu ihrem Schrank rüber. Jedes Jahr das Gleiche... Wieso gab es den diesen Tag? Die Geschäfte machten nur Profit mit bescheuerten rosa Plüscherzen und Schokolade in Herzform deren Geschmack umgekehrt propotional zum Preis sank. .. Gedankenverloren griff sie nach ihrer Haarbürste und kämmte sich die Haare. Leicht golden schimmerten sie im Licht der aufgehenden Morgensonne, die sich ihren Weg durch das Fenster suchte. Cassidy versank in ihren Erinnerungen...


Das Mädchen lief schon fast hüpfend die steinerne Treppe hinunter. Ein langer blonder Pferdeschwanz flog ihr hinterher. Am Ende der Treppen angelangt drehte sie sich nochmal vor dem Spiegel und betrachtete sich in dem hellgrünen Kleid. Es war etwas vornehm und reichte ihr bis zu den Knöcheln. Aber das war schließlich ein besonderer Abend. Die Türklingel ertönte und das Herz des jungen Mädchens machte einen Salto rückwärts gemeinsam mit ihrem Magen. Sie schloss noch einmal kurz die Augen und atmete durch. Ich komme schon, rief sie und ging rasch um die Tür zu öffnen. Ihre Hand zitterte als sie die vergoldete Türklinke runterdrückte. So lange hatte sie auf diesen Moment gewartet! Ihr Herz schlug in einem rasenden Tempo. Sie öffnete die Tür. Hallo... hauchte sie dem Jungen ihr gegenüber entgegen, Komm rein! Ich hol nur noch meine Tasche und dann können wir los!. Sie lief schnell zur Garderobe und schnappte sich ihre Tasche, dabei fiel ihr Blick auf den Kalender der an der Wand hing. Der 14. Februar, dachte sie sich, und er hat mich wirklich eingeladen. Seit Jahren war ich in ihn verliebt und habe so darauf gehofft und fast jede Nacht davon geträumt...


Cassidy, ich habe Hunger und im Kühlschrank ist nichts. Wenn du schon Schule schwänzt dann geh wenigstens Einkaufen! maulte Appolla und betrat mürrisch Cassidys Zimmer. Abrupt aus ihren Gedanken gerissen , nickte sie nur ohne sich mit Appolla zu zanken, so wie sie es normalerweise getan hätte. Mit einem etwas besorgtem und verwirrtem Blick beobachtete die schwarze Katze ihre Freundin, wie sie sich still anzog und ohne ein Wort das Haus verliess.
Den Blick nach unten gesenkt, schlenderte Cassidy langsam die Straße entlang. Die ersten Blüten, die sich ihren Weg durch den fast geschmolzenen Schnee erkämpften und die singenden Vögel, die freudig den Frühling herbeiriefen, nahm sie nicht wahr. Ebenso wenig wie die Person die weiter vorne auf einer Bank saß, die Füße von sich gestreckt, und ein Buch las.

Sie strahlte ihn an, doch er schenkte ihr nicht mal ein Lächeln. Hey, nimm es mir nicht übel, fing er an , aber paar Kumpels und so, wir haben gewettet wer das interessanteste Date am Valentinstag hat. Also, ich dachte mit dir als Tochter von paar Schauspielern, und sehr berühmten Schauspielern, würde ich die Wette gewinnen. Naja, son anderer hat so ne Nonnentussi rumgekriegt und damit die Wette gewonnen. Also, hey das siehst du doch ein, es wäre ja nur Zeitverschwendung jetzt noch mit dir auszugehen. Also, machs gut man sieht sich in der Schule. Er schloss die Tür hinter sich. Sie stand regungslos da und das hellgrüne Kleid schimmerte im Licht der Sonne...


Cassidy merkte es gar nicht als sie plötzlich auf dem Boden lag. Aua verdammt..., murmelte sie. Oh tut mir Leid, ich wollte d... Cassidy? Müsstest du nicht in der Schule sein?, fragte der Junge. Er reichte Cassidy die Hand und seine pechschwarzen Haare fiehlen ihm ins Gesicht.Ohh... Kaito, war ja klar. Das gleiche könnte ich dich fragen! Du müsstest auch in der Schule hocken!, zischte Cassidy ihn an und schlug seine Hand weg. Sie richtete sich auf und klopfte den Staub von ihrem Jeansrock. Tut mir leid ja?, erwiderte Kaito und hob kapitulierend seine Hände, war ja keine Absicht. Ich hab zuerst gefragt. Cassidy funkelte ihn an: Ich kann diesen Tag nicht leiden und ich hab keine Lust die ganzen Pärchen turtelnd und kichernd mit irgendwelchen peinlichen rosa Plüschtieren und Herzluftballons durch die Gegend laufen zu sehen! Kaito schmunzelte. Cassidy war charmant wie immer und nahm kein Blatt vor dem Mund in seiner Gegenwart. Ganz anders als die anderen Mädchen, aber vielleicht war auch das der Grund warum Kaito Cassidy gerne über den Weg lief. Nun, du weißt ja, mein ähh.. Fanclub. Jedes Jahr überhäufen die mich mit irgendwelchen blöden Karten und Plätzchen und mir bleibt dann nichts anderes übrig als den ganzen Mädchen zum WhiteDay was zurükzuschenken. Also dachte ich, bleib ich zu Hause... meinte Kaito nur. Cassidy verstand ihn nur zu gut. Kaito war, aus Gründen die sie nicht verstand, ziemlich beliebt und hatte nie seine Ruhe. Er sah sie etwas nachdenklich an und fragte : Wohin gehst du eigentlich? Ach, Appolla hat mich zum Einkaufen geschickt... meinte Cassidy nur. Deine Katze schickt dich Einkaufen? grinste Kaito, du bist echt verrückt. Na komm, ich begleit dich, hab eh nichts zu tun. Eigentlich wollte Cassidy bei dem Wort verrückt einen Streit anfangen, aber das er sie begleiten wollte versetzte ihr einen Dämpfer. Ihr Magen schien sich kurzzeitig zu verkrampfen, aber Cassidy ignorierte das schon längst vergessene Gefühl und nickte nur leicht.

Eine Weile gingen sie still nebeneinander her. Cassidy starrte gebannt auf ihre Füße, als würde sie die schwarzen Stiefel, das erste Mal in ihrem leben sehen. Kaito hingegen konnte sich nicht wirklich auf einen Punkt konzentrieren. Dauernd warf er Cassidy Blicke zu und schien innerlich in einen Kampf verwickelt zu sein... Was war den los mit ihm? Sonst ging ihm alles leicht über die Lippen, aber jetzt? Zum tausendsten Mal strich er sich die Strähnen von der Stirn. Es war doch eine simple Frage. Sie konnte im schlimmsten Fall nur nein sagen.... Aber das machte ihm ja Angst. Vielleicht würde sie ihn sogar auslachen und ihn fragen wie er überhaupt darauf kommt, das ausgerechnet sie mit ihm ausgehen würde. Er wollte schon so lange etwas mehr Zeit mit ihr verbringen. In der Schule war sie immer mit Hotaru Tomoe zusammen und nach der Schule unauffindbar. Ihr Haus schien sie nie zu ohne wichtigen grund zu verlassen... Immer war sie so kalt und trat selbstbewusst auf. Doch irgendetwas an ihr faszinierte Kaito. Vielleicht war es dieser verletzliche Blick, der ab und zu kurz in ihren Augen aufflackerte. Vielleicht auch diese Mauer, diese unglaublicke dicke Mauer, die sie um sich aufgebaut hat.
Kaito blieb stehen. Etwas verwundert hielt Cassidy zwei Schritte später auch an.Ist was?, fragte sie ihn. Cassidy, hör mal, hättest du nicht Lust vielleicht etwas später eine Pizza zu essen, oder so? Wir könnten auch ins Kino gehen... also, wir zwei... alleine...wenn du möchtest... kaito verstummte als er Cassidys Blick bemerkte. Als würde ein seelenoser Körper vor ohm stehen... In ihren Augen wurde nur sein Spiegelbild reflektiert. Cassidy? flüsterte er besorgt.

- Hey, nimm es mir nicht übel... wir haben gewettet... Zeitverschwendung... mit dir auszugehen... und die Tür, die geschlossene Tür. Die Sonne strahlte ... und die Tür blieb geschlossen...

Cassidy senkte den Blick. Tut mir Leid kaito, aber mit mir aauszugehen, das wäre bloß eine Zeitverschwendung, murmelte sie.Was? . Kaito schien sichtlich verwirrt. Er hatte eine Menge erwartet, aber sicher nicht so eine Reaktion. Plötzlich schluchzte Cassidy. Sie verdeckte ihren Mund mit der Hand und warf kaito nur einen kurzen Blick zu. Tränen füllten die smaragsgrünen Augen. Doch bevor Kaito überhaupt reagieren konnte, rannte Cassidy an ihm vorbei, zurück die Straße entlang nach Hause.

Sie schlug die Tür hinter sich zu und lehnte sich an sie. Die Hand noch immer fest auf ihren Mund gepresst kämpfte sie gegen ihre Tränen.Bist du schon zurück? Ging aber schnell, rief Appolla und kam aus dem Wohnzimmer zu ihr, hey du hast ja gar nicht gekauft, wo wa.. Cassidy? Cassidy was ist den los? Appolla sah sie besorgt an und näherte sich ihr vorsichtig. Doch Cassidy wollte jetzt keine Nähe. Wie von einer Wespe gestochen rannte sie an Appolla vorbei , durch das Wohnzimmer, hinaus in den Wintergarten. Appolla starrte ihr nach. Es war ungewohnt Cassidy in so einer Verfassung zu sehen. Plötzlich klopfte es an der Tür. Die Katze sprang erschrocken von der Tür weg.Sie spitze die Ohren, als sie hinter der Tür Kaitos Stimme vernahm.Cassidy, bitte... es tut mir Leid wenn ich was falsches gesagt habe. Ich wollte dir nicht wehtun. Ich weiß noch nicht mal, was ich falsch gemacht habe. Lass mich nicht so stehen... Cassidy. Kaito wäre beinahe gestolpert, als die Tür aufging.Appolla die mit einem geschickten Sprung die Tür afgemacht hatte miaute Kaito an und lief Richtung Wohnzimmer. Schlaue Katze... Kaito scmunzelte und folgte Appolla. Weiter musste sie kaito auch nicht führen, den im Wohnzimmer vernahm er schon Cassidys Schluchzen. Er ging in den Wintergarten und näherte sich leise. Ohne wirklich nachzudenken, was er da tat nahm er ihre Hand und zog Cassidy an sich. Erschrocken schaute sie zu ihm auf. Tränen glitzerten auf ihren Wangen. Sie rührte sich nicht. Sanft streichte er ihr die Tränen weg und schaute ihr in die Augen. Ähm... tut mir Leid dass ich so reinplatze, aber deine Katze da... die dich Eikaufen geschickt hatte, die hat mir die Tür aufgemacht... was rede ich da? Kaito schüttelte leicht den Kopf. Kaum merklich zuckte Cassidy mit den Schultern und starrte ihn weiterhin an. Kaito lächelte , strich ihre eine goldblonde Strähne aus dem Gesicht und presste seine Lippen sanft auf die ihren. Langsam ließ er wieder von ihr ab.Cassidy... Schule ist Zeitverschwendung, aber du... ganz sicher nicht, flüsterte Kaito. Cassidy schaute ihn einen Augenblick mit leicht gerötetem Gesicht an. Dann lächelte sie und legte ihre Arme um seinen Hals nur um ihn wieder näher an sich zu ziehen und zu küssen. Die Pflanzen um sie herum, leuchteten tiefgrün im Glanz der Sonne...
Dieses Werk wurde am 2.01.2009 22:24 Uhr eingereicht und wurde bereits 0mal bewertet.
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