.: Kinderaugen :. von Cassidy (13 Klicks)
18. TextWB: *Schreibe eine Geschichte zum Thema *Ein Weihnachtsmärchen*

Ich muss zugeben mir dieser Geschichte bin ich nicht wirklich zufrieden. Ich habe sie in Eile und ziemlich spontan geschrieben, also nicht wirklich eine Struktur im Kopf gehabt.
Die geschichte ist zu knapp gehalten um genau das rüber zu bringen, was ich beabsichtigt habe.
Trotzdem hoffe ich, dass sie zum Nachdenken anregt.



Irgendwo auf dem blauen Planeten, irgendwo zwischen schneebedeckten Bergen, irgendwo am Rande eines zugefrorenen Sees, zwischen grünen alten Tannen, liegt ein kleines Dorf. Wie aus einem Märchenbuch entsprungen reihen sich die kleinen Häuser aneinander. Der Name dieses Dorfes tut nichts zur Sache. Menschen leben hier und das macht diesen Ort genauso zauberhaft wie jeden anderen auf unserem Planeten.
Langsam kommen die ersten Sonnenstrahlen durch die Berge durch. Wie ein Netz aus tausend bunten Lichtern fängt die Schneedecke den Glanz des Feuerballs auf und erleuchtet das noch schlafende Dorf. Nein- nicht alle schlafen noch! Wenn man genau hinhört, bemerkt man ein fröhliches Summen aus einem der Häuschen. Der Schornstein qualmt schon und das seit einer Stunde vor Sonnenaufgang. Der Bäcker ist schon lange wach, denn heute ist Weihnachten! Lebkuchen und Plätzchen füllen seine Regale. Kleeblätter, Schornsteinfeger und Schweinchen aus Marzipan lassen sich am Schaufenster bewundern. Wundervoll verzierte Torten nehmen heute den Brötchen den Platz weg. Die frühe Luft in der Backstube duftet nach Vorfreude.

Ein kleiner Schatten am Fenster. Ein kurzer Blick, ein helles Aufleuchten und kleine Spuren im Schnee.

Auch im Nachbarshaus wird es langsam laut. Schon hört man ein regelmäßiges Klopfen und dazwischen eher unregelmäßig ein Todesurteil. Der Metzger bereitet sich auf den Tag vor. Seine Frau, eine freundliche rundliche Dame, klopft gerade Schnitzel zurecht, während ihr Mann gekonnt den ersten Schritt zum leckeren Weihnachtsbraten ausführt. In seinen Regalen findet man neben dem üblichen Angebot auch eine Vielzahl an Soßen und Füllungen. Am Schaufenster hat seine Frau ein Schild hingehängt:“ Ihr Weihnachtsbraten- frisch zubereitet von uns!“ Darunter ein Bild mit einem reich gedeckten Tisch und dem leckersten Weihnachtsbraten den man finden kann.

Zwei rote Backen am Fenster. Ein hungriger Blick, ein winziger Wunsch und kleine Spuren im Schnee.

Die Sonne ist endlich aus ihrem Versteck herausgekommen. Wie Kristalle, die in den Himmel ragen leuchten die schneebedeckten Berge der Sonne entgegen. Der Wald erklingt im bunten Treiben. Die Vögel zwitschern, singen ihr Lobgesang an das Licht und danken für ihr Leben. Auch das kleine Dorf ist nun endgültig wach.
So vieles passiert an diesem Ort. Ein jeder hat was zu tun! Weihnachten, die Zeit in der einem nie langweilig wird. Der Schneider näht die letzten festlichen Gewänder und scheint mit seiner Arbeit zufrieden. Fröhlich summt er vor sich hin, als er die letzten Paar Handschuhe fertig stellt.

Zwei eiskalte Hände am Fenster. Ein trauriger Blick, eine heiße Träne und kleine Spuren im Schnee


Jetzt treten die Familien ins Bild. Die Kinder zerren an den Mänteln ihrer Mütter, angelockt von den bunten Lichtern an den Schaufenstern. Die Mütter mit gehetztem Blick beachten das Kind nicht, sie lesen ihren Einkaufszettel oder begutachten die Sonderagebote. Wenn man schnell genug ist, erhascht man einen Blick ins Innere des Hauses wenn die Familien ihre Märchenhäuser verlassen. Oder man lugt kurz durch das Fenster, das wunderbar leuchtet und zum betrachten einlädt. Was man auch macht, es ist immer das gleiche Bild, das einem vor Augen tritt:
Feuer im Kamin, das eine geborgene Wärme verbreitet. Ein riesiger Baum, geschmückt in leuchtenden Farben und glitzernden Spielzeugen. Unter den strahlenden Bäumen liegen bunt verpackte Päckchen in allen Größen und Formen. Wie auf einem Weihnachtsgemälde eines berühmten Malers erstrahlt das Wohnzimmer in jedem Haus irgendwo in einem kleinen Dorf.

Zwei Füße auf Zehnspitzen am Fenster. Ein sehnsuchtsvoller Blick ein gebrochenes Herz und kleine Spuren im Schnee.

Wir begleiten irgendeine Familie, den sie sind doch alle gleich. Zuerst kriegt der Bäcker Besuch. Man versteht seine eigenen Worte nicht mehr, den die Kinder quengeln und schreien was sie wollen. Natürlich kauft die Mutter Plätzchen und Lebkuchen und Torten und Marzipanschweinchen, doch immer noch ist es laut. Man möchte auch noch den Schornsteinfeger und die andere Torte. Seufzend verlässt die Mutter mit ihren quengelnden Kindern die Backstube. Der Bäcker lächelt freundlich zum Abschied und freut sich über die verkaufte Ware.
Beim Metzger das umgekehrte Spiel. Die Kleinen rümpfen die Nase, den das rohe Fleisch riecht nicht so gut wie frische Lebkuchen! Die Mutter missachtet einfach das Zerren der Kinder, die so schnell wie möglich hier raus wollen.
Jetzt nur noch zum Schneider! Die neuen Handschuhe holen für die Jüngste. Diese mag ihre alten nicht mehr, da grün seit zwei Tagen nicht mehr ihre Lieblingsfarbe ist. Freudig überreicht der Schneider die himmelsblauen Handschuhe. Doch nun fängt das Geschrei wieder an. Die Jüngste hat gerade eine Klassenkameradin mit roten gesehen und blau findet sie sowieso seit gestern nicht mehr schön. Die Mutter schüttelt den Kopf und beruhigt ihre Tochter mit dem Versprechen, dass nächste Woche nach dem Weihnachtstrubel gehen sie rote Handschuhe bestellen. Alle sind zufrieden und können jetzt nach hause, wo das Weihnachtsgemälde in Form ihres Wohnzimmers auf sie wartet.

Zwei unvorsichtige Schritte und gestolpert am Fenster. Ein schmerzerfüllter Blick, ein kurzer Aufschrei und gefallene Schritte im Schnee


Der Bäcker bringt gerade seine Reste raus um sie dem Vögel zu überlassen, als er den leisen Aufschrei hört. Er dreht sich um und sieht etwas im Schnee liegen. Ein Lumpenhaufen? Ach nein... nur das Waisenmädchen. Sie steht auf und streift mit den eiskalten Fingern den Schnee von ihrem zerrissenen Kleid. Sie dürfte kaum älter als 10 Jahre alt sein. Ihre dunklen lockigen Haare umrahmen vorsichtig das zerbrechlich wirkende Gesicht. Große Rehaugen spiegeln die schon untergehende Sonne wider. Sie wirft wieder einen kurzen Blick in die Backstube, wie heute früh als sie vor Kälte nicht mehr schlafen konnte und durch das Dorf spazieren gegangen war. Wieder leuchten ihre Augen. Was für wundersame Dinge der Bäcker zaubern kann! Der Bäcker geht zu ihr hin und stupst sie kurz an. Erschrocken weicht sie vom Fenster weg und stammelt eine Entschuldigung. Glockenhell und lieblich erklingt ihre leise Stimme. Doch der Bäcker schüttelt nur den Kopf und lächelt. Wortlos reicht er ihr einen Marzipanschornsteinfeger und ein paar Lebkuchen. Die großen Rehaugen des Mädchens werden noch größer und leuchten den Bäcker an. Der Bäcker lächelt glücklich und geht weiter seine Arbeit machen. Seine Nachbarin, die Metzgerfrau hat das ganze beobachtet und ruft das Mädchen zu sich. Schüchtern und vorsichtig nähert sie sich wie ein Rehkitz der Frau. „Hier mein Kleines. Uns ist ein Braten etwas angekokelt, verkaufen können wir nicht mehr das Ding.“ Sie ging wieder rein und das Waisenmädchen, glücklich über diese Geschenke setze sich in eine Ecke in den Schnee und probierte einen Lebkuchen. Zitternd aß sie ihr ganz persönliches kleines Weihnachtswunder, als plötzlich etwas neben sie fiel. Erschrocken starrte sie auf den dunklen Fleck im Schnee. Es waren Handschuhe! Sie blickte auf und ihr Blick traf den des Schneiders. Dieser lächelte nur. “Für mich?“, fragte sie leise. Er nickte. Vorsichtig zog sie die Handschuhe an. Sie waren blau und eine weiße Schneeflocke war jeweils auf den Handrücken gestickt. Wer glaubt der Stern von Bethlehem hat hell gestrahlt, der hat diese Kinderaugen nicht gesehen! „Danke“, flüsterte sie.


Zwei warme Handschuhe an ihren Händen. Leuchtende Kinderaugen, unbedeutende Geschenke und tanzende Spuren im Schnee


Ehrliche leuchtende Kinderaugen sind wertvoller als alles Geld der Welt
Dieses Werk wurde am 2.01.2009 22:50 Uhr eingereicht und wurde bereits 0mal bewertet.
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