Royal Legacy Teil 28 von Tiara (22 Klicks)
Lilith
Währenddessen hatte Menos sich wieder zu den Mädchen begeben und hatte ohne Umschweife erklärt, dass er mal davon ausgehen werde, dass sie ihn nicht anlogen und gemeinsam suchten sie nach einem Weg das Problem, vor dem sie standen zu lösen. „Und der Dämon kommt wirklich jedes Mal wieder?“ fragte Chibiusa nach. „Jedes mal und jeder Mal ist er stärker. Ich verstehe nicht woher er seine Kraft bezieht.“ Menos hatte ihnen seine vorherigen Kämpfe geschildert und sie konnten auch gemeinsam keinen Schwachpunkt entdecken. Dann stürzte sich Lilith auf den Fall und stellte Menos immer mehr fragen, die teilweise gar nichts mehr mit dem Dämon zu tun hatten. Als er schließlich nachhackte, meinte sie achselzuckend. „Wenn man mit normalen Mitteln nicht weiter kommt, müssen wir nach Alternativen Ausschau halten. So wie ich das sehe, muss der Dämon ja irgendwo seine Energie herbekommen. Deinen Antworten zufolge glaube ich nicht, das du die Quelle seiner Kraft bist, also muss sie sich wo anders befinden.“ An Liliths Logik war nichts auszusetzten und so gingen sie jede Möglichkeit durch, die ihnen in den Sinn kam. „Was ist mit dem Palast?“ Kirasuki hatte diesen Einwurf gebracht. „Was meinst du?“ fragte Bunny. „Menos, du hast doch erzählt, dass du den Palast um jeden Preis schützen wolltest, allerdings schien der Dämon gar keine Interesse daran zu haben hineinzukommen.“ Menos nickte langsam. „Wenn ich etwas schlimmes, sagen wir mal eine Bombe, verstecken wollte, dann würde ich sie an einen Ort suchen, wo keine Sicherheitsmannschaft nachsehen würde. Dorthin, wo das Ziel immer in der Nähe war, er es aber nie vermuten würde.“ Alle Anwesenden starrten Kirasuki entgeistert an, nur Lilith grinste und sagte. „Es scheint, dass du bei den Sicherheitsbelehrungen, die ich dir immer vorgebetet habe, besser aufgepasst hast, als ich glaubte.“ Kirasuki lächelte verlegen zurück und Bunny sprang auf. „Sehen wir nach!“ Sie waren gerade dabei das Gebäude zu verlassen als sie ein lautes Gelächter hörten. „Runter!“ Über sich entdeckten sie eine schwarzen Dämon der Ähnlichkeiten mit dem ersten hatte, den sie besiegt hatten. Jedoch trug dieser schwarze Flügel und Hörner auf den Kopf. Lilith fluchte. Sie hatten keine Zeit für sowas. Es wurde schnell beschlossen den Dämon zu umgehen um in den Palast zu kommen. Nachdem der Dämon ausser Sicht war spurteten sie los und sprangen in schnellen Sätzen durch den Innenhof. Die Tür war nur angelehnt und so schlüpften sie hinein. „Was ist der Platz, an denen du das Böse am wenigsten vermuten würdest, Menos?“ Die Mädchen sahen ihm an, wie sein Gehirn zu arbeiten begann und er mehrere Möglichkeiten analysierte und verwarf. Schließlich breitete sich eine schreckliche Erkenntnis in ihn aus. „Der Leichnam der Königin! Sie ist im Thronsaal aufgebahrt!“ Ja, das wäre genau der richtige Ort um etwas zu verstecken. Die vier Mädchen und der schwarze Ritter stürmten durch mehrere Türen, als sie schließlich in einem riesigen Saal kamen. Am anderen Ende stand ein Thron in Muschelform und davor lag die Königin, welche aussah als würde sie schlafen. Die Sailors gingen mehrere Schritte auf sie zu, als sie von einem, gewaltigen Kraftfeld zurückgeschleudert wurden. Dann erhob sich die Königin, doch anstatt ihres üblichen Gesichts trug sie eine hässliche Fratze. Menos hielt schockiert inne und betrachtete das Zeichen auf ihrer Stirn. Es war nicht der übliche Halbmond, sondern ein Zeichen das er erst einmal in seinem Leben gesehen hatte. Vor langer Zeit. In Avalon! Er kannte diesen Dämon und der Dämon kannte ihn. „Es ist schon eine Weile her, seit dem wir uns das letzte Mal gesehen haben, Menos.“ Säuselte die falsche Königin, doch Menos versuchte sie zu ignorieren und sah zu Bunny.
„Sailor Moon besitzt du eine Maske, die das wahre Wesen einer Person zeigt?“ Bunny nickte verwundert und ließ sie erscheinen. „Schau dir den Platz über ihr genauer an und sag mir was du siehst“ Bunny folgte seiner Anweisung und hielt schockiert die Luft an. Von bloßem Auge nicht zu sehen, tobte über ihr ein Gewaltiger Wirbel. Der Wirbel umschloss eine Fläche, die an einen rabenschwarzen See erinnerte. Atemlos erzählte sie was sie sah und die anderen starrten in die Luft, obwohl sie nichts davon erkennen konnten. „Rückzug!“ Menos knurrte wütend, doch der Befehl kam von ihm. „Aber wir sind doch schon hier, wir müssen dieses Tor schließen!“ Bunny verstand nicht, warum sie diesen Ort verlassen sollten. „Ich sagte Rückzug!“ Menos Tonfall ließ erkennen, dass dieser Befehl nicht diskutabel war und so zogen sich die vier wütend zurück, während die falsche Königin lachte und rief: „Lauft nur, aber entkommen wirst du mir nicht!“ Als sie sich schließlich in einem Nebengebäude aufhielten, hörten sie wie der Dämon draussen immer wieder um den Palast kreiste um sie zu suchen, doch Menos beachtete es nicht weiter. Metallia hatte es tatsächlich gewagt den Dämonen einen Pfad in seinen Geist zu ebnen. Nein nicht einem Dämon sondern Ihr! Fast drei Tausend Jahre lang hatte er sich mit dieser Dämonin Schlagabtäusche geliefert, bevor es im gelungen war sie zu besiegen und jetzt war sie wieder da. Offenbar wollten sie, dass sein Geist, in dem sie es nach so vielen Versuchen endlich geschafft hatte, zerbrach und sein Körper übernehmen. Wäre die Situation nicht so schlimm gewesen, hätte er ihr fast etwas Komisches abgewinnen können. Offenbar sah sie ihn, selbst in seinem Zustand, noch immer als Bedrohung an oder sie sah ihn als nützlich, denn sein Wissen würde trotz eines zerbrochenen Geistes noch immer für sie zugänglich sein. „Warum sollten wir uns zurückziehen?“ Sailor Moon hatte sich noch immer nicht beruhigt. Sie war sich sicher, dass sie das Tor mit dem Silberkristall hätte versiegeln können, doch sie irrte sich. Menos wartete, bis sie sich soweit abgeregt hatte, dann erzählte er ihnen von seiner Erkenntnis. Dieses Tor, so erklärte er, war ein direkter Weg zu der Dimension aus der Metallia stammte. Da das Siegel der Trias noch immer hielt, jedoch auch brüchiger wurde, suchten sie sich die Dämonen andere Wege und einer davon war es Menschen zu brechen und zu übernehmen. Da Metallia allerdings keine ihrer Schwestern bei sich gehabt hatte, hatte sie eine verzerrte Art des Dämonentores errichtet um einer Dämonin eine Passage zu erlauben. Solange sich diese Dämonin nicht vollständig in seinem Geist manifestiert hatte, konnte sie auch nicht seinen Körper übernehmen.
Doch auch zwei Silberkristalle waren nicht in der Lage ein derartiges Tor zu schließen. Sie brachten die Kraft der Trias. „Metallia wollte wohl ihrer Schwester dabei helfen, eine alte Rechnung zu begleichen.“ Sagte Menos. Bunny wollte fragen woher sich Menos und die Dämonin kannten, doch Chibimoon war schneller mit ihrer Frage: „Na schön, und was machen wir jetzt?“ Auch dafür hatte Menos schon eine Antwort parat, doch diese gefiel den Mädchen noch weniger. Geduldig umriss er seinen Plan, was auf empfindlichen Wiederstand stieß. Der Plan sah vor, dass die vier unverrichteter Dinge seinen Geist wider verlassen würden um später gut vorbereitet zurückzukehren. Jedoch war sein Plan da noch nicht zu Ende. Er gab ihnen genaue Anweisungen, wie sie sich vorbereiten müssten, damit er Erfolg haben würde. „Das ist doch purer Wahnsinn!!!“ Kirasuki war fassungslos. „Du willst hier wirklich ganz alleine auf unsere Rückkehr warten? Während nur ein paar Meter weiter sich ein Tor zu einem Abgrund öffnet und sich die Dämonin immer weiter manifestiert. Bei allem Respekt, du bist wohl völlig verrückt geworden!“ Menos nickte zustimmend. „Genau das möchte ich von euch!“ Fassungslos sah Kirasuki von ihn zu den anderen und wieder zurück. Auch Bunny redete wild auf ihn ein um vielleicht eine Alternative zu finden, doch Menos bekräftigte nur, was er eben schon gesagt hatte. „Das geht doch nicht!“ sagte Chibiusa, dann wandte sie sich an Lilith und sagte: „Sag du doch auch etwas dazu!“ Doch diese sah Menos tief in die Augen und sagte, zum Erschrecken aller. „Ein guter Plan. Aber bist du sicher, dass du so lange durchhalten würdest. Es könnte schlimmstenfalls durchaus Tage dauern, bis wir zurückkommen, schaffst du das? Ich will nicht, dass wir unsere Aufgaben erledigt haben und dann ein Dämon vor uns steht.“ Kirasuki, Bunny und Chibiusa sahen Kagami an, als hätte sie den Verstand verloren, dass sie das alles überhaupt in Betracht zog. „Ich werde einfach das tun, was ich schon fast ein Jahrtausend lang getan habe. Ich werde mich verstecken!“ Lilith nickte nachdenklich und dann sagte sie sachlich und zum erschrecken ihrer Freundinnen: „Nach reiflicher Überlegung und im Mangel an anderen Möglichkeiten bin ich dafür!“ Nachdem er eine der Senshi für sich gewonnen hatte, dauert es nicht mehr lange, bis die anderen drei nachgaben. Schließlich wollten sie sich verabschieden, doch Bunny hatte noch etwas auf den Herzen. „Menos, ich habe noch eine, nein zwei Fragen und bitte beantworte sie mir ehrlich!“ Verwundert blickte er sie an und nickte. „Frage eins: Hast du dein Gedächtnis wieder?“ Die anderen sahen erstaunt auf, als sie die Frage hörten und warteten gespannt auf die Antwort und Menos nickte. „Ja, bis auf einige wenige Lücken, ist wieder alles da. Ich erinnere mich wieder an meine Vergangenheit.“ Diese Nachricht freute die Senshi und sie jubelten. Dann kam Frage Nummer Zwei: „Menos, haben wir uns im Silberjahrtausend gekannt?“ Jetzt sah sie ein zögern und ein abwägen. Schließlich antwortete er ihnen. „Ja, ich habe dich gekannt. Genauso wie auch Kirasuki und Kagami, allerdings hießen sie damals noch Prinzessin Neaira von Lilith und Prinzessin Seren des weißen Mondes.“ Jetzt standen bei den Mädchen alle Münder offen und Kirasuki fragte vorsichtig nach. „Sagtest du gerade Prinzessin Seren?“ und Menos nickte. Er hatte überlegt, wie viel er ihnen von ihrer Vergangenheit erzählen sollte, jedoch, so fand er, sollten sie zumindest wissen, wer sie waren, wer er jedoch war, würde er zunächst für sich behalten. „Königin Serenity hatte nicht eine, sondern zwei Töchter. Zwillingstöchter um genau zu sein. Jedoch löschte sie bei Serenity die Erinnerung an Seren, als sie von deren Tod erfuhr. Ausserdem….“ Fuhr er fort. „Ausserdem war Neaira die Cousine von Serenity und Seren. Ihre Mutter war Nehellenia.“ Für eine Sekunde war er sich nicht sicher, ob er nicht etwas Falsches gesagt hatte, denn Chibiusa und Bunny sahen sich entsetzt an und Chibiusa fragte vorsichtig nach. „Meinst du dieselbe Nehellenia, die in den Schatten des Neumondes verbannt wurde?“ Menos war erstaunt, dass sie davon wussten und traurig nickte er. „Ich kannte sie sehr gut, bevor sie sich auf den Spiegel einließ. Sie war nicht immer so gewesen.“ Und Bunny nickte zustimmend, was Menos überraschte. „Nehellenia hat sich versucht an mir zu rächen, jedoch konnten wir sie nach harten Kämpfen von der Dunkelheit in ihr reinigen. Jedoch wissen wir nicht, was mit ihr geschehen ist.“ Diese Neuigkeit erstaunte Menos und er freute sich darüber. „Das ist schön zu hören, aber Sailor Moon, jetzt habe ich auch zwei Bitten, die du vielleicht erfüllen könntest.“ „Jede. Sag mir nur was!“ Für Bunny war das das mindeste was sie tun konnte. „Solltest du deine Mutter wiedersehen, richte ihr bitte Grüße von mir aus. Ich weiß nicht, ob sie sich an mich erinnern wird, aber vielleicht freut sie sich darüber.“ Bunny versprach sofort seiner Bitte zu entsprechen. „meine zweite Bitte wird dir nicht gefallen. Sollte, entgegen aller Hoffnungen und Chancen, der Plan schiefgehen, und ein Dämon die Kontrolle über meinen Körper übernehmen, zögert bitte nicht mich zu bekämpfen und zu töten.“ Um einen Protest zuvorzukommen fügte er schnell hinzu: „denn wenn das geschieht, wird ein schneller Tod ist das einzige sein, was mir helfen wird.“ Das sah Sailor Moon ein und sie stimmte wiederwillig, unter der Versicherung, es nicht so weit kommen zu lassen, zu. Schließlich ging Kirasuki schnell noch ein paar Schritte vor und drückte ihm das Wertvollste in die Hand war sie besaß. Das Amulett, mit ihrem Namen darauf, welches sie schon bei sich trug, als sie als Baby ausgesetzt wurden war. Erstaunt sah Menos die Kette an. „Keine Sorge, ich schenke sie dir nicht! Wenn wir wiederkommen, will ich sie wieder haben!“ sagte Kirasuki mit einem Lächeln. Diese kleine Geste hatte eine große Bedeutung. Nicht nur, dass sie wiederkommen würde um sie zu holen. Menos hatte nun auch die Verpflichtung noch da zu sein. Menos betrachtete die Kette noch ein wenig, um sie anschließend in eine Tasche zu stecken. Dann schloss Menos die Augen, einen Augenblick lang geschah nichts, dann verschwand er und sie wachten wieder in ihren Körpern auf, welche sich, zu ihrem erstaunen nicht mehr auf ihrem Lagerplatz befanden, sondern in einer riesigen Höhle, die von leuchtenden Kristallen erhellt wurde.
Metaria war ganz in der Nähe gesessen und zu ihnen hin gesprungen, als sich die erst von ihnen gerührt hatte. „Was ist passiert! Habt ihr es geschafft?“ Doch Bunny schüttelte traurig den Kopf, bevor sie ihre neue Umgebung musterte. „Wo sind wir hier?“ Wie als eine Antwort, kam die Priesterin mit den Hellblauen Haaren zu ihnen und begrüßte sie. Sie wollte sie in ein längeres Gespräch verwickeln, doch Bunny wehrte fast schon unhöflich ab. „Wir haben keine Zeit für lange Gespräche!“ Sie erzählte Metaria, Naru und Celestia, wie sich die Frau vorgestellt hatte, knapp von dem Plan, den Menos ihnen mitgeteilt hatte. Beide Celestia und Metaria schnappten nach Luft als sie erfuhren, was Metallia getan hatte.
„Wir müssen los, könnt ihr uns den Weg zeigen, Celestia?“ Diese nickte und zeigte ihnen den schnellsten Weg zum Ausgang. Auf dem Weg teilte sie einigen der anwesenden Jugendlichen mit, wohin sie gehen würde und dass sie sich um Menos kümmern sollten. Dann brachen sie zum Palast auf.
Ihr erstes Ziel war die Schatzkammer. Menos hatte gemeint, dass dort eine Prüfung auf Lilith warten würde, welche sie alleine bewältigen musste. Neugierig, aber auch vorsichtig stieg Lilith die Treppe hinunter. Immer wieder musste sie über Geröll klettern und einige Male sogar einen Umweg suchen um einen versperrten Durchgang zu umgehen. Dann begann plötzlich ihre Brosche violett zu leuchten. Zuerst schwach und dann immer heller, je näher sie ihrem Ziel kam. Schließlich gelang sie in einen großen Raum, der mit Spiegeln ausgekleidet war und ratlos sah sie sich um. Da fiel hinter ihr die Tür zu und ein großer Tisch aus Spiegelglas erschien in der Mitte. Neun Glasplättchen von identischer Größe mit unterschiedlichen, ihr unbekannten Symbolen lagen durcheinander auf den Tisch und am Rande des Tisches befanden sich flache Vertiefungen. Daneben standen in einer alten Mondsprache verschiedene Worte. Obwohl Lilith diese Zeichen noch nie gesehen hatte, erkannte sie instinktiv ihre Bedeutung, die in etwa so lautete: Willst du hier raus, löse das Rätsel, machst du einen Fehler, stirbst du. Menos hatte ihr nicht gesagt, was auf sie warten würde sondern ihr nur geraten sich auf ihre Instinkte und ihr Element zu besinnen. Wie jedes ihrer Probleme ging sie auch dieses Analytisch an. Sie war ein Mitglied der Mondfamilie und die Tochter von Nehellenia. Sie repräsentierte die dunkle Seite des Mondes, und war eine Art Spiegelbild. Darum auch die ganzen Spiegel hier. Lilith hob eines der Plättchen hoch. Es hatte so etwas wie ein T darauf. Ein anderes sah aus wie ein nach oben gerichteter Pfeil. Was bedeuteten diese Zeichen nur? Spiegel, Spiegelung, Spiegelbild….Lilith ging alle Worte die ihr bei dem Wort Spiegel in den Sinn kamen durch und völlig willkürlich ordnete sie die Zeichen immer wieder an, legte sie jedoch nicht in die Vertiefungen. Da fiel ihr das Plättchen mit dem T darauf auf den Boden. Seufzend wollte sie sich danach bücken, als sie dessen Spiegelung am Altar bemerkte. Aus dem Winkel, von dem sie die Spiegelung sah, entdeckte sie kein T sondern eine 7! Vielleicht war das die Lösung! Freudig erregt legte sie mehrere Plättchen genau auf jene Stelle und entdeckte erstaunt, dass es alles Zahlen waren. Zahlen von eins bis neun. Die Zahlen waren nur zusammen mit ihrem Spiegelbild abgebildet, darum hatte sie sie nicht erkannt. Schnell ordnete sie die Täfelchen gemäß ihrer Zahlen neu und fügte sie in die Vertiefungen ein. Und dann, als das letzte Plättchen an seinem Platz war, geschah erst einmal nichts. Dann senkte sich etwas in dem Spiegeltisch und eine Maske aus dunklem Glas mit einem Schwarzen Halbmond darauf kam zum Vorschein. Vorsichtig hob Lilith sie heraus. Das sollte ihre Kräfte verstärken? Jedoch erinnerte sie sich daran, dass Bunny ebenso eine Maske hatte und so setzte sie sie sich auf. Dann wollte sie die Kammer verlassen, doch die Maske zeigte ihr etwas eigenartiges, als sie sich nochmal umsah. Einer der Spiegel, der die Wand bedeckte, war verschwunden und gab einen weiteren Gang frei. Als Lilith die Maske wieder abnahm, war der Spiegel wieder da! Offenbar war die Prüfung doch noch nicht vorbei! Voller neuem Elan und froh, dass sie die erste Hürde überwunden hatte lief sie zu dem Gang, den die Maske ihr offenbart hatte. Der Spiegel war selbst nur ein Hologramm gewesen und Lilith ging einfach durch ihn hindurch. Dann entdeckte sie einen langen Gang vor sich, sie hatte gerade einen Schritt gemacht, als die Hälfte ihres Fußes plötzlich keinen Untergrund mehr hatte. Gerade noch rechtzeitig erreichte sie wieder ihr Gleichgewicht und setzte wieder die Maske auf. Wo vorher noch ein mit Spiegeln gefliester Gang gewesen war, sah sich auf einmal nur noch einzelne, schwebende Spiegel stehen. Wer ohne die Maske versucht hätte den Gang zu durchqueren wäre sicher in die Tiefe gestürzt. Lilith schimpfte sich nochmal, weil sie die Maske abgesetzt hatte, als sie den Gang gefunden hatte, denn um ein Haar wäre auch sie abgestürzt! Geschwind und leichtfüßig sprang Lilith von Spiegel zu Spiegel und als sie den nächsten Raum betrat, erwartete sie völlige Schwärze. Sogar mit ihrer Maske sah sie nichts mehr. Sie entdeckte neben der Tür nur ein kleines Podest und einen weiteren, drehbaren Spiegel. Also ein weiteres Rätsel. Sie entschied, dass es viel zu gefährlich war, sich im Dunkeln herumzutasten, denn ihre letzte Prüfung im Gang war ihr noch bestens in Erinnerung. Da entdeckte sie, dass ihr violetter Mondkristall mittlerweile ziemlich stark leuchtete. Ihr war noch gar nicht aufgefallen, dass das einzige Licht im Ganzen Raum vom Mondkristall ausging. Vielleicht konnte sie ja damit Licht ins Dunkel bringen. Lilith begann sich völlig auf den Mondkristall zu konzentrieren um sein Licht zu verstärken. Jedoch musste sie voller bedauern feststellen, dass sein Licht nur einen Radius von drei Metern beleuchtete, dann wurde sein Licht verschluckt. So ging es also nicht! Da fiel ihr wieder der Spiegel ein. Es war ein Rätsel und der Spiegel hatte damit zu tun! Als sie den Spiegel, den Kristall und das Podest betrachtete, kam ihr plötzlich eine Filmszene in den Sinn. Die Ägypter benutzten Spiegel um Sonnenlicht in dunkle Räume zu bringen. Jedoch war das einzige Licht hier ein violetter Silberkristall. Lilith zuckte mit den Schultern. Ein Versuch war es wert. Sie legte den noch immer leuchtenden Kristall auf das Podest vor den Spiegel und sah sich dann um. Sie entdeckte eine Helle Fläche an der Decke. Dorthin bündelte der Spiegel das Licht. Freudig erregt begann sie den Spiegel zu drehen und bekam so eine Ahnung von dem riesigen Raum, in dem sie sich befand. Sie entdeckte weitere Spiegel, doch keiner stand so, dass er das Licht weitergetragen hätte. Schließlich entdeckte sie einen ganz in der Nähe, der in etwa die richtige Position hatte und Lilith drehte ihren Spiegel so, dass das Licht reflektiert wurde. Erstaunt, ja schon fast ehrfürchtig sah sie zu, wie das Licht immer wieder reflektiert wurde und der eben noch pechschwarze Raum in sanftes Violett getaucht wurde. In der Mitte leuchtete ein großes dunkles Schwert mit einem Schwarzen Halbmond darauf. Es nahm das gespiegelte Licht auf und warf es hundertfach zurück. Instinktiv wusste sie, dass es sich um Spiegelschwert handelte und dass es auf sie gewartet hatte. Entschlossen ging sie darauf zu und ergriff es. Neue Kraft durchströmte sie und freudig rief sie:
„LILITH ETERNAL – MAKE UP!“
Dieses Werk wurde am 18.03.2010 16:52 Uhr eingereicht und wurde bereits 0mal bewertet.
Umsetzung = Wie ist die Idee des Werkes verwirklicht wurden?
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Stil = Gibt es gravierende Fehler oder ist das Werk stimmig?
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